Restaurantgeschichte

Früher dienten Restaurants und Gaststätten rein der Versorgungsfunktion, sie verfolgten also das Ziel die Bevölkerung zu sättigen. Heute gehen Gäste nicht mehr in Restaurants rein aus dem Grund satt zu werden. Es zählt viel mehr als rein die Sättigung. Gäste suchen sich ihr Ziel für den Restaurantabend immer mehr nach der Atmosphäre, nach dem Service, nach den Preisen oder nach der Speisenauswahl aus. Wie ist diese Entwicklung eigentlich voran geschritten?

 

Begonnen hat die Entwicklung von Restaurants im 16. Jahrhundert. Damals begannen englische Tavernen zu bestimmten festen Zeiten zu einem festgelegten Einheitspreis ein Tagesgericht anzubieten. Dies wurde von den Gästen, häufig Kaufleute, an einem gewöhnlichen Tisch jedoch mit bestimmten Geschirr verzehrt. Dieses Gericht wurde mit „ordinary“ betitelt, was auf Deutsch soviel wie gewöhnlich, normal oder alltäglich bedeutet.

 

Im darauffolgenden 17. Jahrhundert entwickelten sich aus den „ordinaries“ verschiedene Gaststätten wie Clubs und Spielsalons. Dies wurden 1675 jedoch von Charles II geschlossen. Auch im römischen Reich waren schon Restaurants zu finden. Die damaligen Restaurants und Kneipen hatten meist Ihren Tresen zur Straße. Hier wurden Imbisse verkauft. Außerdem gab es ein oder mehrere Esszimmer, in denen die Gäste auf Stühlen an Tischen die Speisen verzehrten. Die größeren Esszimmer waren mit Liegen ausgestattet, ähnlich wie die privaten Speisezimmer zu dieser Zeit. Die erotischen Malereien, die in einigen Restaurants in Rom zu finden waren, sind vermutlich der Grund dafür, dass Restaurantbesuche für Ehefrauen und Töchter verboten waren.

 

In Privathaushalten kochten meist Sklaven oder Angestellte reicher Familien, diese waren die besten Köche. In Restaurants hingegen standen meist Freigelassene aus verschiedenen Ländern in der Küche. Ihr kulinarischer Ruf wurde eher schlecht angesehen. Im Gegensatz zu Rom wurden im wohlhabenden China die ersten anspruchsvollen Restaurants zum das 10. Jahrhundert zu finden. Etliche Restaurants mit Spezialitäten sowie verschiedenen regionalen Stilen wurden in den Städten eröffnet. Damals gehörten Kenntnisse über die Kochkultur Chinas zur Allgemeinbildung. Schon früher besuchten Gäste Restaurants nicht wegen der reinen Versorgungsfunktion, sondern um Etwas besonderes oder etwas sehr Gutes zu verzehren.

 

Noch bis heute ist die Tradition geblieben, dass die meisten Restaurants Speisen zu günstigeren Preisen für das einfache Arbeitervolk anbieten. Getrennte Speiseräume je nach Anspruch wurden üblich. Da die Restaurants in China häufig schon vormittags geöffnet sind, werden diese auch zum Frühstück besucht. Durch die Entwicklung des Tourismus ab dem 14. Jahrhundert entstanden immer mehr Ausflugsrestaurants an landschaftlich attraktiven Standorten. Die Tradition des Römischen Reichs wurde in Europa nicht beibehalten. Mehr und mehr wurden Gasthäuser eher von Reisenden als von Einheimischen besucht. An einem gemeinschaftlichen Esstisch wurden Speisen einfacher Qualität verzehrt. Die Restaurants, die man heutzutage kennt, sind zur Zeit der französischen Revolution entstanden. Damals wurde das überkommene Zunftrecht für die Bewirtung aufgehoben, was vorher besagte, dass das Anbieten von Suppen, Pasteten und anderen Speiseangeboten streng getrennt war. Zuvor gab es in Paris weniger als hundert Restaurants, aber schon um das Jahr 1800 waren mehr als 500 zu finden. Immer häufiger wurde sich für geschäftliche Besprechungen sowie private Treffen in Restaurants verabredet. Viele Pariser Restaurants wurden von angestellten Köchen betrieben, dessen Arbeitgeber ins Ausland geflohen waren. Der gehobene Kochstil wurde beibehalten und so auch dem durchschnittlichen allgemeinen Volk zugänglich gemacht.

 

Etwa um das Jahr 1820 etablierte sich der Restaurantstil wie er heute bekannt ist. Gäste speisen an kleinen Tischen in Gruppen oder allein und wählen dazu Gerichte von einer Speisekarte aus. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde das Restaurantkonzept mit freier Menüwahl in Europa und in den USA bekannt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind Restaurantketten verbreitet, die in verschiedenen Städten weitgehend identische Speisen offerieren. Sonderformen sind Schnellrestaurants mit Selbstbedienung sowie Erlebnisgastronomieangebote.